Wo das Zusammenleben mit Hunden immer mehr an Bedeutung gewinnt, findet sich auch eine Bandbreite an Angeboten. Gerade als "Hundeneuling" läuft man Gefahr, den Überblick zu verlieren - mitunter sehr zum Schaden des Hundes. 

Nachstehend möchte ich Ihnen daher ein paar Hinweise geben, die helfen sollen, qualifizierte Angebote zu erkennen. 

Erziehung und Training: 

Qualifizierte arbeitende Hundetrainer*innen arbeiten nicht einfach ins "Blaue" hinein, sondern mit einem Trainingsplan. Wichtig dabei sind im Wesentlichen 3 Schritte: 

1. Evaluierung des Ausgangspunktes: Wo liegt das Problem und woran zeigt es sich?
2. Definition eines konkreten Zieles: Was soll erreicht werden?
3. Definition und Abstimmung des Trainings vom Ausgangs- bis zum Zielpunkt.

Zu Beginn werden Können und Ausbildungsstand erfragt. Es gibt immer auch Alternativen, um ein Ziel zu erreichen. Wenn Ihr Hund überfordert ist oder Sie von einer Vorgehensweise nicht wirklich überzeugt sind, ist es hilfreich, Fragen zu stellen - und gegebenenfalls den Anbieter zu wechseln. Trainer*innen gibt es viele. Sie haben aber nur einen Hund. 

Ausrüstung und Equipment:  

Gegen das Verbot der Tierquälerei (§ 5 TSchG) verstößt insbesondere, wer folgende "Hilfsmittel" verwendet: Das Verbot richtet sich natürlich nicht nur an Hundeschulen und Trainer*innen, sondern auch an Hundehalter*innen

Stachel- und Korallenhalsbänder;
- elektrisierende
oder chemische Dressurgeräte.

Das Verbot chemischer Dressurgeräte umfasst auch Sprühgeräte mit Duftstoffen (z.B. Zitronen- oder Melissenessenz). 

Verboten sind auch alle sonstigen Geräte, Hilfsmittel und Vorrichtungen, die darauf abzielen, das Verhalten eines Tieres durch Härte oder Strafreize zu beeinflussen. 

Aber auch, wer Härte einsetzt, ohne sich eines "Hilfsmittels" zu bedienen, wie etwa Schläge, Fußtritte, etc. macht sich strafbar. Ebenso, wer dazu Gegenstände des allgemeinen Gebrauchs (Stock, Leine, etc.) verwendet. 

Strafbar gemäß § 5 TSchG macht sich weiters, wer einem Tier Leistungen abverlangt, sofern damit offensichtlich Schmerzen, Leiden, Schäden oder schwere Angst verbunden sind. Der Tatbestand hat insbesondere Bedeutung im Hinblick oder Sport- und Arbeitstiere.

In diesem Zusammenhang sollte man auch nicht vergessen, dass es in Österreich verboten ist, den Hund neben dem Fahrrad herlaufen zu lassen:

§ 99 StVO:
Eine Verwaltungsübertretung begeht und ist mit einer Geldstrafe bis zu 726 Euro, im Fall ihrer Uneinbringlichkeit mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Wochen, zu bestrafen, wer Tiere während der Fahrt an der Leine hält oder an Fahrzeugen anhängt, um sie mitlaufen zu lassen.

Ein Fahrrad ist ein derartiges Fahrzeug, damit sind keineswegs nur Autos gemeint. Somit sind auch alle Vorrichtungen verboten, die es dem Menschen ermöglichen, währen der Fahrt mit dem Fahrrad "die Hände frei" zu haben - während der Hund durch eine "Haltevorrichtung" gezwungen ist, ohne Wenn und Aber mit zu laufen.

Nicht alles, was "nicht verboten" ist, ist auch gut. 

Ausrüstungsgegenstände, die bei unsachgemäßer Anwendung ebenfalls Schaden anrichten können, sind etwa:

+ Kopfhalfter: Der Kopf des Tieres wird dadurch in eine unnatürliche und geradezu unwürdige Position gezwungen, die auf jeden Fall abzulehnen ist. 

+ Halsband: Mittlerweile gibt es immer mehr Menschen, die den Einsatz von Halsbändern ablehnen. Als verantwortungsvolle/r Hundehalter*in sollte man - speziell im Training ! - überlegen, die Leine an einem Brustgeschirr zu befestigen. Trainer*innen, die behaupten, den Hund mit einem Halsband nicht "leinenführig" zu bekommen, sagen im Grunde nur, dass sie es nicht besser können und Angst haben, sich vor ihren Kunden zu blamieren. 

Ein Halsband ist keine "Erziehungshilfe".

Sofern ein Halsband verwendet wird, sollte es aus weichem, gut verarbeitetem und reißfesten Material sein. Länge und Breite müssen dem Körperbau und dem Halsumfang des Hundes angepasst sein. Andernfalls kann es zu Quetschungen der Luft- und Speiseröhre, Beeinflussungen des Herz-Kreislauf-Systems, Anstieg des Augeninnendrucks und nicht zuletzt zu Angst und Panik infolge von Sauerstoffunterversorgung kommen. Würgehalsbänder zählen zu den ausdrücklich verbotenen "Hilfsmitteln". 

+ Brustgeschirr: Ein gut sitzendes Brustgeschirr findet man nicht im Diskonter. Genau so, wie Sie Ihre Wanderschuhe nicht im nächstbesten Laden um die Ecke kaufen würden, sollten Sie auch bei Ihrem Hund auf gute Qualität achten. Wenn man bedenkt, wie viel Geld jährlich für Kleidung ausgegeben wird - die dann oftmals ungetragen im Container landet - fällt die Anschaffung eines Brustgeschirrs dabei kaum ins Gewicht. 

Qualitativ hochwertige Brustgeschirre finden Sie im Fachhandel; bitte achten Sie darauf, ein sog. "Y-Geschirr" zu verwenden: Der Halsausschnitt muss groß genug sein, um "bei Zug" keinen Druck auf den Brustkorb auszuüben. Die Halteriemen sollten nicht zu schmal und gepolstert sein; so wird unangenehmes Scheuern vermieden. 

Unpassende Geschirre weisen Bänder auf, die knapp unter den Achseln verlaufen - was für den Hund maximal unangenehm ist. Überdies wird Druck auf das dort verlaufende Nerven- und Gefäßsystem ausgeübt. Ungeeignet sind auch Brustgeschirre, die die Bewegungsfreiheit der Vorderbeine einschränken. Bitte achten Sie auch darauf, dass Bänder nicht unterhalb der Rippen verlaufen, das Brustgeschirr schneidet Ihrem Hund sonst sehr schmerzhaft in die Weichteile

* Maulkorb: Ein gut sitzender Maulkorb ist nicht nur dazu da, Bisse zu vermeiden, er ist teilweise auch erforderlich, um sich im öffentlichen Raum bewegen zu können. 

Laut Tierhaltungs-Verordnung müssen Maulkörbe der Größe und Kopfform des Hundes angepasst und luftdurchlässig sein; sie müssen dem Hund das Hecheln und die Wasseraufnahme ermöglichen. 

Ein gut sitzender Maulkorb ist selten vorgefertigt. Auch, wenn Sie keine Maßkleidung tragen: Ihr Hund braucht einen Maulkorb, der an seine Anatomie angepasst wurde. Der Hund kann damit hecheln, gähnen und trinken. Maulkörbe, die das Tier einengen oder es dem Hund unmöglich machen, seine Schnauze in voller Spannweite zu öffnen, sind Tierquälerei.

Wichtig ist auch, dass Ihr Hund damit schnüffeln kann, ohne sich den Maulkorb in die Augen zu drücken. 

Geeignete Maulkörbe bestehen aus hochwertigem Kunststoff (Biothane) und sind gut zu reinigen. Ungeeignet sind Maulkörbe aus billigem Hartplastik oder Metallgittern, die bei Abwehrbewegungen eine Verletzungsgefahr für Mensch und Tier darstellen können. 

Verboten sind Maulkörbe aus Nylon: Sie liegen viel zu eng an und verhindern das Öffnen des Mauls. Ihr Hund kann damit weder hecheln, noch gähnen - geschweige denn trinken. 

Selbst wenn Sie "nur kurz mit der U-Bahn" fahren: Ihr Hund leidet. Oder würden Sie sich mit Schuhen auf den Weg machen, die mindestens eine Nummer zu klein sind? 

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