Erst kürzlich habe in einem sog. "Tierschutzforum" im Internet wieder mal den Ratschlag gelesen, "ängstliche Hunde bei Gewittern einfach zu ignorieren". Denn wenn man den Hund dann streicheln und beruhigen würde, würde ihn das "in seiner Angst bestätigen". 

Wenn ich so etwas lese, möchte ich mir die Haare büschelweise ausreißen und schreiend davon laufen. 

Oder die Menschen, die hier ihre "Weisheiten" von sich geben, mehr oder weniger unfreundlich dazu auffordern, doch endlich mal ein Buch zu lesen. Oder sich bei Leuten zu informieren, deren Blickwinkel auf das Thema Hund nicht aus dem Jahr 1970 stammt...

Denn, um es mal ganz klar zu sagen: Angst ist ein Gefühl. Und zwar ein höchst unangenehmes. 

Und wie verbessert man unangenehme Gefühle? Indem man ihnen angenehme Gefühle entgegen setzt! 

Wenn ein Mensch daher Panik hat, weil er in der U-Bahn oder im Lift eingesperrt ist, was wird ihm helfen: Jemand, der beruhigend auf ihn einredet, seine Hand nimmt und freundlich zu ihm ist? Oder jemand, der ihn ignoriert oder ihm sogar noch Vorwürfe macht? 

Deshalb bitte: Lassen Sie sich nicht jeden Müll einreden! Plappern Sie nicht alles nach - sondern denken sie selbst nach: 

Wenn der Lehrer in der Schule unfreundlich war, konnten wir uns nicht konzentrieren. Wir standen an der Tafel und alles Wissen war wie weggeblasen. Und warum war das der Fall? Weil Stresshormone das Lernen blockieren! Das ist bei Menschen nicht anders als bei Hunden. Wir sind alle Säugetiere. 

Wenn ein Hund daher Angst hat, hat er Stress. Stress wird durch Ruhe, Freundlichkeit und Sicherheit kompensiert. Nicht durch "Ignorieren" und auch nicht durch "Schimpfen".

Wenn Ihr Hund daher Angst verspürt: Seien Sie sein Fels in der Brandung. Jemand anderes hat er nicht - er kann weder zum Telefon greifen, um die beste Freundin anzurufen, noch den Fernseher einschalten, um sich abzulenken. Und er kann auch nicht zur Flasche greifen oder zum Therapeuten gehen. Er ist darauf angewiesen, einen Menschen an seiner Seite zu haben, der mit Herz und Hirn gesegnet sind. Einen Menschen, der sich nichts einreden lässt und nicht jeden Unsinn glaubt. 

Wenn Sie daher wirklich einmal nicht weiter wissen und sich beim Thema "Hundeerziehung" die Frage stellen, ob Sie jetzt "streng" , "dominant" oder ein "Rudelführer" sein sollen, vielleicht hilft Ihnen bei Ihrer Entscheidung dann ein alter Spruch, der da lautet wie folgt:

"Behandle Deine Tiere immer so, dass du im nächsten Leben mit vertauschten Rollen gut zurecht kommst."

Denn egal, ob es ein "nächstes Leben" gibt oder nicht: Wenn Wissen nicht ausreicht, können Intuition, gesunder Hausverstand und Herzensbildung manchmal Wunder wirken :-) 

Das ist allemal noch besser, als irgendwelchen "Trends" nachzulaufen oder genau der Form von schwarzer Pädagogik Tür und Tor zu öffnen, der vor nicht allzu langer Zeit noch Kinder ausgesetzt waren...

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